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FES - Siège

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"Programm
Stärkung der Zivilgesellschaft"
Projektziel 1: Begleitung der Wahlen durch die Zivilgesellschaft
Nach den schwierig verlaufenden Wahlen 1997 hatte sich ein breiter öffentlicher
Konsens in Mali gebildet, dass sich Ähnliches im Jahr 2002 nicht
wiederholen dürfe. Von den Partnern der Stiftung wurden daher Aktivitäten
an die FES herangetragen, die die Ausbildung unabhängiger Wahlbeobachter
sowie die Mobilisierung der Bevölkerung zur Teilnahme an den Wahlen
zum Ziel hatte. Die bekannte NGO "CRI 2002", mit deren Hilfe
die FES im Januar 2002 den Runden Tisch der politischen Parteien organisieren
konnte, führte insgesamt drei Veranstaltungen zu den Themen "Die
Rolle der Zivilgesellschaft bei der Wählermobilisierung", "Der
mögliche Umgang mit Unregelmäßigkeiten im Wahlprozess"
sowie zur Frage der Wahlbeobachtung durch. Viele der Teilnehmer dieser
Diskussionsrunden kamen - nach einer anschließenden u.a. von der
deutschen Botschaft finanzierten und vom FES-Partner APEM durchgeführten
Zusatzausbildung - als unabhängige Wahlbeobachter der malischen Zivilgesellschaft
zum Einsatz. Ein weiterer langjähriger FES-Partner, die malische
Menschenrechtsorganisation AMDH, mobilisierte seine Mitglieder zur Begleitung
des Abstimmungsprozesses in der Region Timbuktu und sorgte damit in einer
der abgelegensten Regionen Malis für ein zusätzliches Stück
Transparenz. Vorbereitet wurden die AMDH-Beobachter in einem Wochenendseminar,
das von der FES vor Ort in der Regionalhauptstadt organisiert worden war.
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Les membres de l'AMDH de Timbouctou préparent leur engagement
comme observateurs d'élections. |
Die Wahlbeteiligung blieb leider weit unter den Erwartungen, auch wenn
im Vergleich zu 1997 (21,6%) eine Zunahme zu verzeichnen war. Trotz des
großen Einsatzes vieler freiwilliger zivilgesellschaftlicher Gruppen
waren letztlich nur ca 38% der registrierten Wählerschaft zu den
Urnen geschritten. Die zwingende Vorlage eines Personalausweises wurde
für viele zur unüberwindbaren Hürde. Nur 30 % der Malierinnen
und Malier verfügen über ein solches Dokument. Leider liegen
zu den einzelnen Regionen noch keine Angaben vor, um sie z.B. dort zu
überprüfen, wo die FES in Zusammenarbeit mit APEM Straßentheater
zur Wählermobilisierung durchgeführt hat.
Projektziel 2: Krisenprävention
Der Norden Malis ist regelmäßig Schauplatz sozialer Unruhen.
Die Ursachen sind vielfältig. Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen,
unterschiedliche Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsformen treffen aufeinander.
Das Entwicklungsdefizit hat Banden arbeitsloser Jugendlicher geschaffen,
die über den Schwarzmarkt Zugang zu Waffen haben und mit Gewalt Unruhe
in das Sozialgefüge bringen. In Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation
ADG, die im Jahr 2001 in der Region Nioro du Sahel eine Reihe von Anhörungen
durchgeführt hatte, fanden nun Diskussionsrunden mit dem selben Konzept
in der 1. Region Kayes, genauer in den Dörfern um Bafoulabé
statt. Hierbei zeigte sich erneut, dass allein die Bereitstellung einer
Diskussionsplattform und eines fähigen Moderators krisenentschärfende
Wirkungen haben kann. Die öffentliche Benennung bestimmter Schwierigkeiten
und Probleme trägt bereits zur Suche nach Lösungsmöglichkeiten
bei. Die anwesenden Bürgermeister und traditionellen Führer
erhielten durch eine Fortbildung zu alternativen Konfliktlösungswegen.
Hierbei wurde der Begriff des Konflikts an sich erläutert und diskutiert.
Es wurden Konfliktursachen benannt und die verschiedenen Phasen eines
Konfliktes beschrieben. Anhand von Beispielen aus der Alltagserfahrung
der Teilnehmer wurden verschiedene Techniken der Konfliktlösung präsentiert
und in Arbeitsgruppen evaluiert. Die anwesenden lokalen Entscheidungsträger
konnten sich im Anschluss an das Seminar nicht mehr vorstellen, dass zukünftige
Spannungen in ihrem Umfeld noch unter Anwendung von Gewalt zum Ausbruch
kommen könnten.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgte die Stiftung bei einer Maßnahme
mit der Organisation AFIP, einer Frauenorganisation, die sich auf den
Norden Malis, d.h. Gao und Kidal spezialisiert hat, da ihre Mitglieder
dort über Ortskenntnis verfügen. AFIP konzentriert sich insbesondere
auf den Kampf gegen die Verbreitung von Kleinwaffen und führte hierzu
eine Sensibilisierung unter Einbeziehung des Hochkommissars der Region
Kidal durch, die die Bürgermeister, Dorfältesten und Notablen
der umliegenden Gemeinden zur Zielgruppe hatte. Als Ergebnis konnte einmal
mehr festgestellt werden, das vielen Konflikten der letzten Jahre konkrete
Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit und fehlende Präsenz des Staates
zugrunde liegen und weniger die oft vorgebrachten ethnischen Auseinandersetzungen.
Projektziel 3: Jugend und Politik
Die Integration der Jugend in die demokratischen Institutionen ist der
Schwachpunkt der allgemeinen Gesellschaftspolitik in Mali. Wird für
die Jugend nicht ein akzeptabler Rahmen der Beteiligung gefunden, werden
die gesellschaftspolitischen Kräfte Malis die Demokratie nicht zukunftsfähig
machen können.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung ermöglichte der Jugendorganisation MARD
bereits im Jahr 2001, ihr umfangreiches Programm für das Jahr 2001
auf den Weg zu bringen. Hierzu gehörten ein erfolgreich durchgeführter
Jugendliteraturwettbewerb oder verschiedene Diskussionsrunden. Im ersten
Halbjahr 2002 wurde diese Arbeit mit einem Seminar für Jung- und
Erstwähler fortgeführt. In den kommenden Monaten wird es darauf
ankommen, die Vertreter von MARD noch stärker dazu zu bewegen, ihre
Interessen auch öffentlich kund zu tun.
Projektziel 4: Frauen beziehen Stellung
In Zusammenarbeit mit den Frauenvereinigung APDF und CAFO wurde weiterhin
versucht, zu einer stärkeren Verfestigung der Frauen in der gesellschaftspolitischen
Arbeit beizutragen. Dies bedeutet insbesondere, die Frauen aus ihren Nischen
heraus zu holen und für konkrete gesellschaftspolitische Themen,
die keine reinen Frauenfragen sind, zu gewinnen. Leider gestaltet sich
dies in Mali sehr schwierig. Zu oft noch stehen die Seminare unter sehr
generellen Themen wie "Frauen und Staatsbürgertum" oder
"Frauen und Politik". Im Zuge der Mobilisierung der Zivilgesellschaft
für die Wahlen ging es in allen Seminarreihen von CAFO und APDF im
ersten Halbjahr 2002 um den Einsatz der Frauen als Wählerinnen. Mit
dem Abschluss des Wahlprozesses werden die Themen der Genderarbeit im
FES-Büro Mali überdacht und ein neues Kapitel aufgeschlagen.
In Zukunft werden Fortbildungsmaßnahmen für Entscheidungsträgerinnen
wie z B. Abgeordneten der Assemblée Nationale noch stärker
in den Mittelpunkt rücken.
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L'organisation APDF lutte depuis des années pour une amélioration
de la situation des femmes au Mali. |
Projektziel 5: Förderung der Dialogfähigkeit der Gewerkschaften
Seit dem Sturz des Diktators Moussa Traoré und seit der Ausrufung
der III. Republik 1991 ist die Situation der Gewerkschaften sehr viel
komplizierter geworden als zu Zeiten der sozialistischen oder autoritären
Regime. Bedingt durch den Liberalisierungs- und Globalisierungsprozess
müssen die Gewerkschaften ihre gesellschaftliche Rolle von Neuem
definieren. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat diesen Prozess u.a. durch
die Initiierung einer Studie mit Anregungen zur künftigen Rolle der
UNTM im Jahr 2001 begleitet.
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La bourse du travail, siège de l'Union des Syndicats. |
Projektziel 6: Dialogförderung
Dieses Projektziel widmet sich in erster Linie der Schaffung einer öffentlichen
Plattform zur Diskussion bestimmter aktueller, teils kritischer Themen.
Das Medium Presseklub eignet sich hierfür besonders, da die Gespräche
zwischen den eingeladenen Vertretern auf einem Podium einerseits und den
eingeladenen Journalisten aus ganz Mali im Publikum andererseits, live
im Hörfunk übertragen werden. Im ersten Halbjahr 2002 fanden
zwei solcher Veranstaltungen zum Thema Wahlen sowie zu den Perspektiven
der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft bis zum Jahr 2010 statt.
Zum ersten Mal in der mehrjährigen Geschichte des Presseklubs, der
in Partnerschaft mit Radio Kledu durchgeführt wird, wurde in diesem
Frühjahr das Element der Hörerbeteiligung eingeführt. Die
Zuhörer an den Radiogeräten waren aufgefordert, anzurufen und
sich an der Diskussion zu beteiligen.
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